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Jenseits des Begreifens

Hiob-Serie - Ausstellung - Adler - Ölgemälde - Kunst

Jenseits des Begreifens

Ehrfurcht vor dem unfassbaren Gott

 

- inspiriert von Hiob 39 &  Hiob 9

 

Technik: Öl auf Leinwand

Maße: 60 x 80 cm

Entstehungsjahr: 2024-2025

 

Ein mächtiger Adler durchbricht mit ausgebreiteten Schwingen die Farbwelt zwischen Himmel und Erde.

 

Die Ölmalerei in leuchtenden Blau-, Türkis- und Orangetönen fängt Bewegung und Erhabenheit zugleich ein.

 

Der Adler: Sinnbild für Weitsicht, Kraft und Unabhängigkeit schwebt über allem, scheinbar unangreifbar.

 

Doch der Blick führt tiefer: Nicht der Mensch lenkt seinen Flug. Er folgt keinem Befehl von unten.

In den Hintergrund ist ein biblischer Text eingebettet – Worte aus Hiob 39,27–29, in denen Gott selbst spricht:

„Steigt der Adler auf deinen Befehl hin in die Höhe und baut dort sein Nest? Er bewohnt den Felsen, baut sein Nest auf der Felsklippe und Bergspitze. Von dort erspäht er seine Beute, seine Augen sehen in weite Ferne.“ *

 

Diese Verse sind Teil einer göttlichen Antwort an Hiob, der verzweifelt mit seinem Schicksal ringt. Die Sprache verweist auf die Erhabenheit Gottes, auf eine Ordnung, die jenseits menschlicher Kontrolle liegt.

 

In scharfer Spannung dazu steht Hiobs eigene Klage aus Hiob 9.1-8, die ebenfalls im Bild mitschwingt:

 

„…Doch wie kann ein Mensch in Gottes Augen schuldlos sein? Wenn es jemand darauf anlegte, mit Gott zu streiten, so könnte er ihm von tausend Fragen nicht eine einzige beantworten. Denn Gott weiß alles und ist allmächtig. Wer war jemals so klug und so stark, dass er Gott die Stirn geboten hätte und mit heiler Haut davongekommen wäre?

 

n seinem Zorn lässt er Berge ohne ersichtlichen Grund einstürzen und erschüttert die Erde bis in ihr Fundament. Wenn er es anordnet, geht die Sonne nicht auf und die Sterne scheinen nicht. Er allein hat den Himmel gespannt, er schreitet über die Wellen des Meeres hinweg.“ *

 

Der Bezug zu Hiob 9 verleiht dem Bildthema noch mehr Tiefe, insbesondere im Hinblick auf die Unergründlichkeit und Größe Gottes im Vergleich zur menschlichen Begrenztheit. Die Verse zeigen Hiobs Ringen mit der göttlichen Macht und seiner eigenen Ohnmacht:

 

Hiob 9,14-15:

„Wer also bin ich, dass ich Gott zur Rede stellen dürfte und ihm gegenüber die richtigen Worte finden könnte? Selbst wenn ich unschuldig wäre, könnte ich mich nicht verteidigen; mir bliebe nur, ihn als meinen Richter um Gnade anzuflehen.“ *

 

Hiob 9,19-20:

„Wollte ich sehen, wer der Stärkere ist, würde er sagen: ›Hier bin ich!‹ Und wollte ich ihn vor Gericht bringen, würde er mich fragen: ›Wer will mich vorladen?‹ Auch wenn ich im Recht wäre, müsste ich mich selbst schuldig sprechen. Und auch wenn ich unschuldig wäre, würde ich vor ihm als Schuldiger dastehen.“ *

 

Diese Gegenüberstellung zwischen dem allmächtigen Schöpfer und dem begrenzten Menschen, verleiht dem Werk eine theologisch-poetische Tiefe.

 

Der Adler wird zum doppelten Zeichen: Ausdruck göttlicher Größe und zugleich Spiegel menschlicher Ohnmacht.

 

Hoch erhebt sich der Adler – nicht auf menschlichen Befehl hin, sondern als Geschöpf eines Gottes, der die Sterne lenkt und die Meere aufwühlt. Der Adler wohnt auf Felsen, die wir nicht erklimmen können, und sieht, was unser Blick nicht erfasst.

 

So fragt Gott den Menschen: Verstehst Du meine Ordnung? Oder meinst Du, mich richten zu können? Hiob weiß: Selbst wenn er im Recht wäre, könnte er Gott nicht antworten. Und doch, gerade in dieser Erkenntnis, beginnt Weisheit.

 

Der Adler im Bild ruft nicht zur Verzweiflung, sondern zum Staunen auf. Er zeigt: Es gibt eine Größe, die nicht klein zu denken ist. Eine Gerechtigkeit, die tiefer reicht als unsere Maßstäbe. Eine Freiheit, die uns nicht gehört, aber uns ruft, dem Blick Gottes zu vertrauen.


Persönliche Reflexion für Dich

  • Was siehst Du in den Schwingen des Adlers? Freiheit? Stärke? Überlegenheit?
  • Oder vielleicht auch das, was Du nicht in der Hand hast?

Dieses Werk lädt ein, sich selbst neu zu positionieren – nicht als Maß der Dinge, sondern als Teil einer größeren Wirklichkeit.

Der Adler fliegt nicht, weil wir es ihm sagen. Die Felsen tragen ihn, die Tiefe ruft ihn, der Himmel kennt seinen Weg.

 

Und Du?
Du darfst sehen. Staunen. Still werden.
Nicht alles verstehen, aber Dich erinnern: Du bist nicht allein im Wind.


Der Adler: ein Bild, das den Blick hebt. Hin zur Weite Gottes

und zur Ehrfurcht vor dem, was Größer ist als wir.


Ein Bild wird zum persönlichen Gebet:

 

Herr, ich blicke auf den Adler und spüre, wie klein mein Horizont ist. Sein Flug erinnert mich daran, dass Du weiter siehst als ich: höher, tiefer, klarer. Ich erkenne, dass ich Dich nicht begreifen kann, und vielleicht ist genau das heilig. Denn wenn ich Dich fassen könnte, wärst Du nicht der, der Du bist.

 

Lehre mich, meine Fragen nicht als Last zu tragen, sondern als Flügel, die mich zu Dir hinauftragen.

Schenke mir Mut, das Unverfügbare zu ehren, und Kraft, im Schweigen Deine Gegenwart zu suchen.

 

Lass meinen Blick sich an Deinem festmachen, so wie der Adler seine Augen auf das richtet, was ihn trägt.

Amen.


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Adler - Hiob - Kunst - Ölgemälde - Künstler-Portrait

Der Adler war lange Zeit mein Symbol. Er stand für Stärke, Weite und den unerschütterlichen Blick nach vorne. Ich habe mich in diesem Bild wiedergefunden, oder besser gesagt: Ich habe versucht, mich darin wiederzufinden.

 

Oft war es eine Art Überkompensation. Ich dachte, ich müsste stark und souverän wirken, damit niemand meine Unsicherheit bemerkt. Doch das war nicht wirklich ich.

 

Heute sehe ich den Adler anders:

Er erinnert mich nicht mehr an eine Stärke, die ich mir mühsam selbst aneignen muss, sondern an die Ehrfurcht vor Gott. Ich darf mir eingestehen, schwach und unsicher zu sein. Denn gerade dort, wo ich mich klein und verletzlich fühle, erfahre ich: Gott hält mich. Seine Kraft trägt mich – nicht meine eigene.

Vielleicht lädt Dich dieser Adler auch ein, Deine „Schwingen“ nicht aus eigener Kraft auszustrecken, sondern Dich vom Aufwind Gottes tragen zu lassen. Nicht zu versuchen, stark zu sein, sondern zu entdecken, dass Du gehalten bist.


Der Blick des Adlers bleibt nicht bei einem Bild stehen:

er weitet sich und breitet seine Flügel aus!

 

Finde in der Galerie die ganze Serie:


*Bibelübersetzung:

Neues Leben. Die Bibel © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024

SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Max-Eyth-Str. 41, 71088 Holzgerlingen

www.scm-brockhaus.de, E-Mail: [email protected]


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